Fußball setzt sich durch
Der Fußball hatte zunächst keine Lobby im Vereinsvorstand. Er lehnte die Gründung einer Abteilung ab,
wie im Protokoll der Generalversammlung vom 8. Februar 1948 nachzulesen ist. Stattdessen sollte eine Handballmannschaft
gegründet werden. Dazu ist es offenbar aber nicht gekommen.
Ein Jahr später, im März 1949, war es dann soweit. Im Protokoll der Generalversammlung des TV
Eckwarden vom 28. März heißt es dazu: "Es wurde die Frage der Gründung einer Fußballabteilung angeregt.
Hierzu wurde zur Begrüßung Herr Gerdes eingeladen. Die größte Schwierigkeit bereitet der Sportplatz.
Verhandlungen wird in der Hinsicht der Vorstand übernehmen. Die Fußballabteilung soll durch Herrn Thomas
vertreten werden. Die Mitglieder sind alle mit der Gründung einer Fußballabteilung einverstanden".
Eine legendäre Mannschaft, die es bis in die Bezirksklasse schaffte - unten, von links: Rudi Nimptsch, Franz Koziol,
Bernhard Kattner, Willi Schönewiß, oben, von links: Eberhard Thomas, Willi Schüßler, Karl Lüdke,
Paul Schote, Karl Koch, Gerhard Völker, Peter Höpner, Semrau, Karl Thomas.
Mit dem Sonderzug nach Rodenkirchen
Im TV Eckwarden gab es nun auch eine Fußballsparte. Schon im ersten Jahr, so erinnert sich Fred Zastrow, fuhr ein
Sonderzug mit Mannschaft und Anhängern nach Rodenkirchen, wo man mit einem 2 : 0-Sieg gegen die Gastgeber Kreismeister
wurde und den Aufstieg in die Bezirksklasse schaffte. In dieser Liga hielten sich die Eckwarder Kicker fünf Jahre lang.
In einem Zeitungsausschnitt aus dieser Zeit heißt es unter der Überschrift "Eckwarden ist stolz auf seine
Fußballer - Kleiner Landverein in der Bezirksklasse erfolgreich: Elf glückliche Fußballkameraden verließen
am Sonntagnachmittag mit einem 3 : 2-Sieg über FC Friesische Wehde den Eckwarder Sportplatz. Dieser schwer erkämpfte
Sieg sicherte endgültig den Verbleib in der Bezirksklasse. Jetzt sind die Eckwarder aller Abstiegssorgen ledig" .
In einem Zeitungsausschnitt vom 3. März 1952 lautet die Überschrift "TV Eckwarden überfuhr Germania Wilhelmshaven
8 : 1". Die Eckwarder führten durch Tore von Müller, Lüdtke, Eisfeld und Koch schon 4 : 0, bevor den Wilhelmshavenern
"durch ein Marmeltor", wie es in dem Artikel heißt, der Ehrentreffer gelang. Die weiteren Tore schossen Lüdtke, Thomas,
nochmals Lüdtke mit Foulelfmeter und Koch.
Machten auch im Anzug eine gute Figur, die erfolgreichen Fußballer und Betreuer der 50er Jahre - unten, von links: Heinz Glöde,
Werner Baumann, Karl Thomas, Karl Lüdtke, oben, von links: Eberhard Thomas, Willi Schüßler, Karl Koch, Fred Zastrow,
Franz Kuziol, Paul Schote.
An dem selben Spieltag spielten in der damals höchsten Spielklasse Oberliga Nord HSV gegen Victoria Hamburg 1 : 1 und Werder Bremen
bezwang Hannover 96 mit 5 : 0.
Am 7. Oktober 1957 verzeichnet der Lokalsport der Kreiszeitung Wesermarsch einen weiteren Kantersieg des TV Eckwarden. In der 1. Kreisklasse
wurde der SV Phiesewarden mit 11 : 1 - Toren besiegt, der TVE belegt nach dem fünften Spieltag Platz eins.
Zu den wenigen Dokumenten, die von der Fußballabteilung noch vorhanden sind, gehört eine "Spielchronik" aus dem Jahr 1961, in
dem der TVE in der Bezirksklasse Nord spielte.
Mit Mittelstürmer Pape 4:0 gegen Wittmund
Nach einem 4 : 0 - Heimsieg gegen den SV Wittmund belegte Eckwarden am 14. Mai 1961 mit 23 : 35-Punkten Platz 12 in der 16 Mannschaften umfassenden
Tabelle. Spitzenreiter war der SSV Voslapp, Letzter der SV Wittmund. Die Tore für die Eckwarder schossen Pape, Völker, Köhnen
und Neumann. Im Tor spielte Rohde, rechter Verteidiger Sielaff, linker Verteidiger Timmermann, rechter Läufer Neumann, Mittelläufer
Lüdtke, linker Läufer Janßen, Rechtsaußen Klug, halbrechts Littkemann, Mittelstürmer Pape, halblinks Kühnen und
Linksaußen Neumann.
Peter Berndt (Nr. 10) im Zweikampf mit Theo Hinrichs aus Burhave.
Nach der Saison 1960/61 musste der TV Eckwarden absteigen, denn laut Zeitung vom 14. November 1961 spielte er nun in der
1. Kreisklasse. Darin heißt es: "Nicht ganz unerwartet kommt die 1 : 3 - Heimniederlage von TuS Warfleth gegen den
TV Eckwarden. Bereits bei der Pause hatten die Nordbutjadinger mit 2 : 1 die Nase vorn. Der Höhenflug der Thomas-Elf
ist erstaunlich. Mit 7 : 9-Punkten hat man fast schon das Mittelfeld erreicht, nachdem die Mannschaft lange Wochen die rote
Laterne an den Füßen kleben hatte". In der Tabelle vom 12. November rangierte der TVE mit 7 : 9-Punkten auf Platz
acht, Tabellenführer war die "Vierte" des SC Nordenham, Tabellenletzter die "Dritte" des TuS Einswarden in der zwölf
Mannschaften zählenden 1. Kreisklasse.
Offenbar war nach dieser Saison Schluss mit dem Fußball in Eckwarden. 20 Jahre vergingen bis zu einem Neuanfang.
Fußball verdrängt Geräteturnen
Anfang der 80-er Jahre leitete Peter Berndt den Jungensport im TVE. Der Fußball hatte das Geräteturnen in den Hintergrund
gedrängt. Und es kam wie es kommen musste, letztendlich wurde in den Übungsstunden nur noch Fußball gespielt.
"Da die Sparte recht gut besucht war, kam Peter Berndt auf die Idee, im Februar 1982 eine Jungenmannschaft für den Spielbetrieb
in der C-Jugend-Klasse anzumelden", erinnert sich Andreas Logemann. In dieser Zeit gab es auch eine Sparte "Sport für Erwachsene"
für Männer aller Altersstufen. Inspiriert von der C-Jugendmannschaft meldeten Cord Siefken, Peter Berndt und Logemann 1983
auch eine Männermannschaft für den Punktspielbetrieb. Die spielte recht erfolgreich und stieg von der fünften Kreisklasse
Jahr um Jahr bis 1993 in die erste Kreisklasse auf.
Dritte Plätze reichen zum Aufstieg
In zwei aufeinander folgenden Spielzeiten stieg der TVE jeweils als Tabellendritter auf: 1988/89 aus der 5. in die 4. Kreisklasse
und 1989/89 von der 4. in die 3. Kreisklasse. In der Saison konnte der TVE die 3. Kreisklasse gerade halten. Punktgleich
mit dem Vorletzten TuS Elsfleth III wurde man Drittletzer.
Warum der TV Eckwarden dann in der Saison 1991/92 als Tabellensechster der 3. Kreisklasse in die nächst höhere Klasse
aufsteigen konnte, daran kann sich auch Spartenleiter Helmut Siefken nicht mehr erinnern. Auch hier konnte der TVE die Klasse
knapp halten, erneut wurde man Drittletzter, punktgleich mit dem Vorletzten SV Phiesewarden II und dem Absteiger SG Neustadt/Oldenbrok III.
Geschichte wiederholt sich: Auch für den Aufstieg in die 1. Kreisklasse reichte in der Saison 1993/94 ein dritter Platz in der
2. Kreisklasse hinter der zweiten Mannschaft des Lokalrivalen SG Burhave/Stollhamm II.
Am Ende der Saison 1995/96 ging es dann wieder runter in die 2. Kreisklasse. Mit nur fünf Punkten aus 16 Spielen musste der TV
aus der 1. Kreisklasse Nord absteigen. In den folgenden Jahren erreichte man dann gute Mittelplätze.
Stiegen in den 9O-er Jahren mehrfach auf - unten, von links: Jörg Warnke, Christian Herter, Heiner-Peter Berndt, Renold Gerdes,
Jörg Hinrichs, Holger Lachnitt, oben, von links: Wolfgang Lackmann, Thomas Bredhorst, Cord Siefken, Matthias Logemann,
Frank Linneweber, Andreas Wittwer, Andreas Logemann, Fritz Wiechmann.
Im Protokoll der Jahreshauptversammlung des TV Eckwarden vom 15. März 2000 gibt es erste
Hinweise auf Auflösungserscheinungen. Für die Abteilung Fußball berichtete Bernd Roschinsky, dass die Mannschaft
sich im unteren Tabellenviertel der Kreisklasse bewegt und wohl absteigen werde. "Die Aussichten auf das Fortbestehen des Vereins
sind nicht sehr gut", schrieb Protokollführerin Dörte Helmers auf.
In der Jahreshauptversammlung am 21. März 2003 berichtete Cord Siefken, dass man durch viele Verletzungen von Spielern
keine Mannschaft mehr zusammen bekommt und deshalb als TV Eckwarden am Punktspielbetrieb nicht mehr teilnehmen
kann. Die verbliebenen Spieler hätten sich auf die Nachbarvereine Burhave und Stollhamm verteilt. Ziel sei aber, auf Sicht
wieder eine neue Eckwarder Mannschaft aus jungen Spieler aufzubauen.
2003/2004 taucht Eckwarden dann als Teil der Spielgemeinschaft mit dem umständlichen Namen SG Burhave/Eckwarden/Stollhamm
in den Tabellen der Kreisklassen eins bis vier auf. Die Spielgemeinschaft bestand bis 2005. Dann war auch die zweite rund 20 Jahre
währende Fußballzeit im TV Eckwarden beendet.
In modischen Trikots für den TV Eckwarden aufgelaufen - unten, von links: Thomas Hinrichs, Jörg Hinrichs, Cord Siefken, Reinhard
Zastrow, Thorsten Herter, Edward Schönbohm, Andreas Logemann, oben, von links: Jochen Schröder,
Leonello Brandolino, Rainer Tonn, Ralf Addicks, Oliver Schönbohm.